Wenn Sie Geld sparen möchten, können Sie Ihren Ölwechsel auch selbst durchführen, anstatt eine Werkstatt damit zu beauftragen. Auch wenn Sie sich das vielleicht nicht zutrauen – ein Ölwechsel ist mit der richtigen Anleitung und etwas Vorbereitung gut selbst zu bewerkstelligen. Mit dieser Schritt-für-Schritt-Anleitung gelingt Ihnen der Wechsel des Motoröls sicher und fachgerecht.
Benötigte Materialien und Werkzeuge für den Ölwechsel
Für einen erfolgreichen Ölwechsel benötigen Sie folgende Utensilien und Materialien:
- Motoröl: Menge und Spezifikation gemäß den Vorgaben des Fahrzeugherstellers (achten Sie auf aktuelle Normen wie ACEA 2021 oder API SP)
- Ölfilter: Passend für Ihr Fahrzeugmodell
- Werkzeug: Schraubendreher, Drehmomentschlüssel, passende Schraubenschlüssel
- Schutzkleidung: Alte Arbeitskleidung und Handschuhe, da Altöl hartnäckige Flecken hinterlässt
- Auffangwanne: Mit ausreichendem Fassungsvermögen für das Altöl
- Trichter: Zum sauberen Einfüllen des neuen Öls
- Reinigungstücher: Zum Entfernen von Ölrückständen
Schritt-für-Schritt-Anleitung: Motoröl selbst wechseln
Schritt 1: Motor warmfahren
Kaltes Motoröl ist deutlich zähflüssiger als warmes und lässt sich daher nicht vollständig ablassen. Fahren Sie Ihr Fahrzeug zunächst für etwa 10 bis 15 Minuten warm. Dies gilt sowohl für konventionelle Verbrennungsmotoren als auch für Hybridfahrzeuge mit Verbrennungsmotor. Übertreiben Sie es jedoch nicht, da Sie sich an einem zu heißen Motor verbrennen können. Lassen Sie den Motor nach dem Warmfahren einige Minuten abkühlen.
Schritt 2: Fahrzeug sicher anheben
Um an die Ölablassschraube zu gelangen, benötigen Sie Zugang zur Unterseite des Fahrzeugs. Ein einfacher Wagenheber ist hierfür nicht geeignet, da das Fahrzeug waagerecht stehen muss, damit das Altöl vollständig abfließen kann.
Idealerweise verwenden Sie eine Hebebühne oder arbeiten in einer Werkstatt mit Montage-Grube. Alternativ können Sie auch Auffahrrampen nutzen, sofern diese eine ausreichende Arbeitshöhe ermöglichen. Achten Sie in jedem Fall auf eine sichere Positionierung des Fahrzeugs und zusätzliche Absicherung gegen Wegrollen.
Schritt 3: Altöl fachgerecht ablassen
Bevor Sie das Altöl ablassen, müssen Sie zunächst den Öleinfülldeckel im Motorraum öffnen und den Ölmessstab herausziehen. Dies verhindert die Bildung eines Unterdrucks, der das Abfließen behindern würde.
Bei modernen Fahrzeugen mit Euro 6d-Norm sowie bei vielen Hybridfahrzeugen ist häufig eine Motorabdeckung verbaut, die Sie zunächst entfernen müssen. Positionieren Sie anschließend die Auffangwanne unter der Ölablassschraube an der Ölwanne. Öffnen Sie die Ablassschraube vorsichtig – das Öl wird sofort austreten. Lassen Sie das Altöl vollständig ablaufen, was einige Minuten dauern kann.
Schritt 4: Ölfilter erneuern
Der Ölfilter hat die wichtige Aufgabe, Verunreinigungen und Rückstände aus dem Motoröl zu filtern. Bei jedem Ölwechsel sollte auch der Filter erneuert werden, um die optimale Schutzwirkung für den Motor zu gewährleisten.
Lösen Sie den Filterdeckel und entnehmen Sie den alten Ölfilter mitsamt Gehäuse. Achten Sie darauf, dass Sie auch den alten Dichtring vollständig entfernen. Bevor Sie den neuen Filter einsetzen, verteilen Sie mit dem Finger etwas frisches Motoröl auf dem Gummiring des neuen Filters. Dies verbessert die Abdichtung und erleichtert den nächsten Filterwechsel.
Setzen Sie den neuen Ölfilter ein und ziehen Sie ihn handfest an. Verwenden Sie keine übermäßige Kraft, da der Filter sonst beschädigt werden kann.
Schritt 5: Ölablassschraube verschließen
Sobald das Altöl vollständig abgeflossen ist, reinigen Sie die Ablassschraube und den Bereich um die Öffnung mit einem sauberen Tuch. Setzen Sie eine neue Dichtung ein – verwenden Sie niemals die alte Dichtung wieder, da diese nicht mehr zuverlässig abdichtet.
Drehen Sie die Ablassschraube zunächst von Hand ein, bis sie fest sitzt. Ziehen Sie sie anschließend mit einem Drehmomentschlüssel gemäß den Herstellerangaben an. Der Drehmomentschlüssel verhindert ein zu festes Anziehen, das zu Beschädigungen am Gewinde oder der Ölwanne führen könnte.
Schritt 6: Neues Motoröl einfüllen
Nachdem die Ölwanne wieder verschlossen ist, können Sie das neue Motoröl einfüllen. Verwenden Sie einen sauberen Trichter, um Verschmutzungen im Motorraum zu vermeiden. Achten Sie darauf, dass Sie das richtige Öl mit den vom Hersteller vorgegebenen Spezifikationen verwenden – bei modernen Fahrzeugen sind dies häufig Öle nach ACEA 2021-Normen oder API SP.
Füllen Sie das Öl langsam und kontrolliert ein. Beginnen Sie zunächst mit etwas weniger als der angegebenen Menge. Warten Sie einige Minuten, damit sich das Öl verteilen kann, und prüfen Sie dann mit dem Ölmessstab den Ölstand. Der Ölstand sollte zwischen den Markierungen „Min.“ und „Max.“ liegen.
Falls erforderlich, füllen Sie vorsichtig nach, bis der optimale Ölstand erreicht ist. Setzen Sie anschließend den Ölmessstab und den Öleinfülldeckel wieder ein und verschließen Sie diesen fest.
Kontrolle nach dem Ölwechsel
Starten Sie nach dem Ölwechsel den Motor und lassen Sie ihn einige Minuten im Leerlauf laufen. Kontrollieren Sie dabei, ob die Öldruckkontrollleuchte im Armaturenbrett erlischt. Überprüfen Sie anschließend die Ölablassschraube und den Ölfilter auf Dichtigkeit. Sollten Sie Undichtigkeiten feststellen, stellen Sie den Motor sofort ab und beheben Sie das Problem.
Nach einer kurzen Probefahrt sollten Sie den Ölstand erneut kontrollieren und gegebenenfalls nachfüllen.
Umweltgerechte Entsorgung des Altöls
Die fachgerechte Entsorgung des Altöls ist gesetzlich vorgeschrieben und wichtig für den Umweltschutz. Altöl darf keinesfalls in die Kanalisation, in den Hausmüll oder in die Umwelt gelangen, da es das Grundwasser erheblich verunreinigen kann.
Bringen Sie das gesammelte Altöl zu einer Annahmestelle. Händler, bei denen Sie Motoröl kaufen, sind gesetzlich verpflichtet, die entsprechende Menge Altöl kostenlos zurückzunehmen. Auch Wertstoffhöfe und Recyclinghöfe nehmen Altöl in der Regel an.
Besonderheiten bei Hybrid- und modernen Fahrzeugen
Bei Hybridfahrzeugen mit Verbrennungsmotor gelten grundsätzlich die gleichen Prinzipien für den Ölwechsel. Allerdings sollten Sie beachten, dass der Verbrennungsmotor möglicherweise nicht automatisch startet, wenn Sie das Fahrzeug einschalten. Informieren Sie sich in der Bedienungsanleitung, wie Sie den Motor gezielt starten können.
Moderne Fahrzeuge mit Euro 6d-Norm verfügen häufig über Ölqualitätssensoren und erweiterte Wartungsintervall-Anzeigen. Beachten Sie, dass Sie nach einem selbst durchgeführten Ölwechsel möglicherweise die Service-Anzeige zurücksetzen müssen.
Fazit: Motoröl selbst wechseln spart Geld
Ein Ölwechsel in Eigenregie ist keine übermäßig komplizierte Aufgabe und kann Ihnen erhebliche Werkstattkosten ersparen. Wenn Sie die Herstellervorgaben bezüglich Ölsorte, Spezifikation und Ölmenge beachten und sorgfältig nach dieser Anleitung vorgehen, werden Sie den Ölwechsel erfolgreich durchführen.
Wichtig ist vor allem, sauber zu arbeiten, kein Öl in die Umwelt gelangen zu lassen und das Altöl ordnungsgemäß zu entsorgen. Mit etwas Übung wird Ihnen der Ölwechsel zunehmend leichter fallen.
Weitere Informationen zu geeigneten Motorölen und deren Spezifikationen finden Sie auf motoroel-tests.de.